Bremsen Probleme Käfer
Projekt 2
Man liest immer wieder, Probleme mit den Bremsen am Käfer. Die
Probleme sind natürlich so unterschiedlich wie die möglichen
Ursachen.... Bremsen ist natürlich ein Sicherheitsthema. Man sollte
sich nur daran begeben, wenn man das notwendige Werkzeug hat und die
fachlichen Fähigkeiten. Ich beschreibe hier nicht Selbsthilfe ohne die
notwendigen Fähigkeiten.
Ich
bevorzuge Trommelbremsen vorne und hinten. Mein Käfer Projekt 2 ist
ein Rückkehrer aus USA und hat serienmäßig vorne und hinten
Trommelbremsen. Der größte Nachteil von Trommelbremsen, die
Einstellung der Bremsbacken. Die Bremsbacken stellen sich auch nicht
von selber nach wie bei manchen Konkurrenzprodukten. Die Bremswirkung
von Trommelbremsen reicht völlig aus und die Felgen werden nicht vom
Bremsstaub dreckig, wie bei Scheibenbremsen. Bei einem Oldtimer spielt
die Optik ja eine große Rolle. Wenn man Beläge erneuern muss, sollte
man Markenbeläge (ATE, Bosch, Textar, etc.) kaufen. Leider werden auch
von den Markenherstellern die Produkte nicht mehr in Europa gefertigt.
Die Mengen sind zu klein und die Produktionen wurden nach Fernost
ausgelagert. Man erkennt es sehr gut an der mangelnden Qualität.
Bremstrommeln sind nicht mehr absolut rund, Bremsschläuche halten nur
von einem zum nächsten TÜV und werden porös usw.. Der Mehrpreis ist
gering und die Qualität/ Passgenauigkeit einfach noch etwas besser als
bei Namenlos Produkten. Auch sollte man immer einen neuen Montage/
Federsatz kaufen, kostet für den Käfer ein paar Euro und ist wichtig
für die Funktion. Und was ich jetzt weiß, auch neue Druckstangen nach
50 Jahren, die hinten den Abstand der Bremsbacken sicher stellen.
Ganz
wichtig ist zu unterscheiden, ob das Bremsproblem/ Geräusche
irgendwann auftraten, oder nach einer Reparatur oder Restauration.
Nach Reparaturen/ Restauration ist die Ursache viel schwerer zu
finden, da alle möglichen Montagefehler hinzu kommen.
Geräusche
ein Dauerthema
Am Projekt
2 waren mal wieder die Bremsen und der TÜV fällig. Die Bremswirkung
war gut, als alles getauscht war blieben zwei Probleme. Immer wieder
waren Geräusche während des Bremsvorgang und leider auch ohne zu
bremsen. Die Handbremse funktionierte nur einseitig.
Wie sieht
so eine Hinterradtrommelbremse aus?

Hier die Bremsankerplatte von hinten mit den Durchgangslöchern zu den
Einstellmuttern.
1:
Radbremszylinder
2:
Bremskolben
3:
Umlenkhebel
4:
Einstellschraube/ Einstellmutter
5: Handbremsseil
6:
Bremsbacken
Wo waren die Probleme?:
- Die Bremsbeleg
Trägerplatten kommen innen an die Bremstrommel. Ob die Beläge ein
paar Millimeter zu breit sind oder die Bremstrommeln nicht richtig
ausgedreht wurden, wie soll man das klären. Metallabrieb zeigt die
Geräuschquellen. Wenn Metall auf Metall reibt und Kraft/
Schwingungen in den Komponenten sind, das ist bei Bremstrommeln mehr
oder weniger je nach Qualität immer, gibt es ätzende Geräusche.
Mit einem Trennjäger habe
ich die Kanten in den Trommeln weg geschliffen.
Nach dem Zusammenbau war es besser, aber etwas andere Geräusche
gab es immer noch. Die Bremsbeläge rieben sich auch innen an der
Bremsträgerplatte. Angeblich soll Kupferpaste helfen.
Ja, hat geholfen, aber nicht
lange. Die Geräusche waren vorübergehend vollkommen weg. Also war die
Ursache identifiziert. Die Kupferpaste war nach einigen Kilometern
wieder weg. Letztendlich half nur Wegschleifen der Erhebungen (Huckel)
auf der Bremsträgerplatte. Die Erhebungen waren doch vermutlich mal
dafür konstruiert, den Belag seitlich zu begrenzen. Wie
kann das sein? 50 Jahre lang war das kein Problem, aber jetzt mit neuen
Komponenten.

Geräusche waren und blieben
weg, aber da war noch die Handbremse. Ich habe keinen Zugang zu einem
Bremsprüfstand. Meine Bremsprüfung findet auf einem Schotterplatz
statt. Am Bremsbild im Schotter schließe ich auf die Bremswirkung.
Immer wieder auseinander gebaut, was blieb war eine einseitige
Bremswirkung. Immer wieder auf Montagefehler geprüft, nichts gefunden
Dann habe ich von Verschleiß der Druckstangen gelesen. Ok, 50 Jahre,
aber die Druckstange kommt doch nur selten unter Druck. Tatsächlich,
man kann bei genauer Untersuchung den Verschleiß erkennen. Ich habe
neue Druckstangen bestellt (10 Euro) aber wegen dem TÜV Termin an
einer Druckstange den Schlitz etwas zugeschweißt und auf 10 mm zurecht
gefeilt. Endlich konnte ich beide Seile am Handbremshebel gleich lang
einstellen mit zufriedenstellender Bremswirkung auf dem Schotterplatz.

Die
verschlissene Stelle sind nur ein paar Millimeter, macht aber den
Unterschied zwischen keine Bremswirkung und Vollbremse.
